Renaturierungen in Sandgruben rund um Ehekirchen

Ehemalige Sandgruben sind Hotspots der Artenvielfalt: sie bieten durch die trockenen, sandigen Böden und steilen Abbruchkanten ganz besondere Lebensräume für viele seltene und geschützte Arten. Auf den Böden entwickeln sich Trocken- und Magerrasen mit einer Vielzahl spezialisierter Pflanzen. Insekten, insbesondere Wildbienen oder Heuschrecken, finden hier reichlich Nahrung und ideale Plätze für ihre Nachkommenschaft. Die Steilwände werden von Uferschwalben, unserer kleinsten Schwalbenart, aber auch von den farbenfrohen Bienenfressern (ebenfalls eine Vogelart) als Nistplatz genutzt.

Gefährdet werden solche besonderen Orte und ihre Bewohner durch häufige Störungen sowie Ablagerungen von Abfällen wie Bauschutt oder Grünschnitt. Vor allem Gartenabfälle führen oft dazu, dass sich unerwünschte, teils gefährliche Pflanzen, wie Goldrute, Riesenbärenklau oder Japanknöterich ausbreiten und die ursprüngliche Vegetation verdrängen. Durch den Nährstoffeintrag wird außerdem die Verbuschung gefördert, durch die seltene, konkurrenzschwache Pflanzen verdrängt und überwuchert werden. Einige Jahre nach Auflassung der Sandgruben verändern sich auch die Steilwände: immer mehr Material wird von Sonne, Wind und Regen beeinflusst und rutscht nach unten ab, so dass die ursprünglich senkrechten Wände immer mehr zu Rampen werden, auf denen sich leider auch Tiere bewegen können, für die die jungen Vögel in den Nisthöhlen die reinsten Leckerbissen sind.

Um diese sogenannten Sekundärbiotope in unserer Kulturlandschaft wieder für bedrohte Arten fit zu machen, muss von Zeit zu Zeit eingegriffen werden und beispielsweise zu starker Bewuchs von jungen Gehölzen ausgedünnt werden. Für die Steilwände muss oft sogar ein Bagger anrücken und die Lebensräume „nachmodellieren“.

Der LPV Neuburg-Schrobenhausen hat im vergangenen Winter in mehreren Sandgruben auf dem Gemeindegebiet von Ehekirchen Entbuschungen durchführen und die Steilwände nacharbeiten lassen. Gefördert wurden die Arbeiten durch die Landschaftspflege- und Naturparkrichtlinie des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz.

Am letzten „richtigen“ Wintertag des Jahres fanden sich auch in der alten Sandgrube in Walda fleißige Helferinnen und Helfer ein, um das Biotop für die kommenden Bewohner vorzubereiten. Geplant und vorbereitet wurden die Maßnahmen auf Initiative von Leo Grabler aus Ehekirchen und mit fachlicher Unterstützung durch den Landschaftspflegeverband Neuburg-Schrobenhausen. Trotz dicker Schneeauflage und frischer Temperaturen kamen daher Mitglieder des Grünen Dorfkreises, des Gartenbauvereines Hollenbach, des Landschaftspflegeverbandes, sowie Ehekirchener Bürger und weitere Freiwillige zusammen, um der Natur vor der Haustüre tatkräftig zu helfen. Auf dem Grund der Grube wurden aufwachsende junge Nadelbäume und Gebüsche wie Weiden oder Brombeeren entfernt, um wieder Platz und Licht für seltene, sandliebende Pflanzenarten zu schaffen. Der Bauhof der Gemeinde Ehekirchen unterstützt die Aktion durch die Abfuhr des anfallenden Materials.

Die zeitige Ankuft der Uferschwalben hat leider die anschließend geplanten Baggerarbeiten verhindert. Aber aufgeschoben ist ja nicht aufgehoben…